V.-VIII. / IX.-XII. / XIII. / XIV. / XIV.-XV. / XV. / XVI. Jh

Die Quellen für die Zeit um 1400:

Durch die breiter gestreute Bildung (siehe XIV. Jh) war das Aufkommen neuer Reformbewegungen im Volk nicht zu verhindern. John Wycliffe übersetzte die Bibel ins Englische, eine Idee, die Jan Hus, der Rektor der Prager Universität, für das Tschechische übernahm. Bislang wurden biblische Inhalte nur in Predigten und Liturgie bekannt. Religiöse Laienbewegungen regten an, selbst etwas für das Seelenheil zu tun. Von der Prager Hohen Schule gewann Gert Groote seine Ansichten zur persönlichen „Nachfolge Christi“. Und aus den Niederlanden verbreitete sich um 1400 die devotio moderna weiter ins Reichsgebiet, u.a. durch das Buch Imitatio Christi von Thomas von Kempen (1410). Laienschriften wie der „Seelentrost“ und bebilderte „Armenbibeln“ in der neuen Holzschnitttechnik vermittelten Inhalte auch an leseunkundiges Publikum. Neben die institutionalisierte Religionsausübung traten private Andacht, Meditation oder mystische Versenkung mit Hilfe religiöser Texte oder Figuren und Bildwerke aus diversen Materialien. So wurden kleine Kunstwerke geschaffen, die nur dem Gebrauch im privaten Bereich dienten. Mit Hausaltären oder Stundenbüchern erweitern sich unsere Quellen. Diese Religionsauffassung und neue Techniken werden die Kunst des XV. Jhs. radikal verändern und damit auch unsere Sichtweise auf das Mittelalter.

Die sozialen Spannungen sollten sich entladen und die Zeichen standen auf Krieg im Osten des Reiches, 1415 nach der Verurteilung des Jan Hus in Konstanz. Auf dem Konzil, zu dem ihm Sigismund, letzter dt König aus dem Haus Luxemburg und König von Ungarn, sicheres Geleit für die Anreise, aber nicht für die Abreise, garantiert hatte. Bis 1436 versuchte die kathol. Obrigkeit in fünf Kreuzzügen die „Ketzer Böhmens“ zu bekehren.

Im Künstlerischen ist gegen 1400 der „weiche Stil“ mit fließender Stofflichkeit eine in Europa weit verbreitete gleichartige Formgebung, die ihren Ausgang mal wieder in Frankreich genommen hatte.

In der spätgotischen Tafelmalerei erschienen vermehrt die Auftraggeber und Stifterfiguren als profane Elemente. Hier zeigten sich Vorläufer der Porträtmalerei. Erstmalig wurden stillebenartige Elemente, wie Leuchter, Möbel, Inventare, Kannen, Keramik, etc aufgenommen und gewähren uns Einblicke in die Alltagskultur. Es stieg der Anteil an profanen Bildwerken, z.B. auch in der Ausschmückung bürgerlicher Häuser mit Fresken oder Wandteppichen.



Wende vom XIV. zum XV. Jh

um 1400“

- Spätgotische Formen -

XIV_1382c_Hure Babylon_Apokalypse Angers



Gürtel mit Bronze- und Messingschnallen

Gürtel mit Eisen/Zinnschnallen und Blechen

Kettengürtel (kommen noch)


Rinke = Schnalle / Spenglin = Riemenbeschlag (Niete) / Senkel oder Ort = Zunge

eis = Eisen, me = Messing, bz = Bronze, zi = Zinn, vz = Verzinnt, vs = Versilbert, si = Silber

FO = Fundort, AO = Aufbewahrungsort

XIV

-

XV

Gürtel und Mode um 1400 (höfische u bürgerliche Formen):

Man liebte die Stoffülle mit reichem Faltenwurf, der vor allem die Maler begeisterte.1 Ende des XIV. Jhs wurde mit der Houppelande aus dem modisch dominierenden Frankreich ein neuer Kleidungsstil eingeführt.

Der bürgerliche Mann trug zur Houppelande/Robe einen kurzen 3 bis 4 cm breiten Ledergürtel oft mit schlichter runder oder eckiger Schnalle. Diese Mode hielt sich lange im XV. Jh, der Langgürtel hatte beim Mann ausgedient, nur in speziellen zeremoniellen Situationen im höfischen Umfeld wurde er bis um 1400 noch getragen (Bsple. aus Prag, Hamburg, Paris, Wildungen), auch mit angehängtem Dolch über die Schulter (Bsple. aus Geldern oder Nördlingen). Im normalen Alltag war die Zeit des langen Gürtels endgültig vorbei. War das Gürtelende länger als eine Handspanne finden wir bei den breiten Gürteln gelegentlich die Schlaufung, ansonsten wurde es, bei den schmaleren Gürteltypen sowieso, meist links oder rechts zur Seite unter den Gürtel geschoben. Diese Art der offiziellen Kleidung sollte in den Städten lange vorherrschend bleiben.

Adelige und wohlhabende Frauen, dazu zählten nun auch reiche Bürger(-innen), hüllten sich in eine stoffreiche Variante der Houppelande mit weiten Ärmeln und hoher Taille. In West- und Norddeutschland trugen sie zu dieser Kleidung einen kurzen breiten Stoffgürtel hoch unter der Brust geschnürt.2 In Süddeutschland hielt sich, nach italienischem Vorbild, die Sitte eines langen Stoffgürtels, wobei Mariendarstellungen, bis ins XV. Jh hinein, extrem lange Gürtel zeigen konnten, deren Senkel auf dem Boden lagen. Die Überlänge war ein Merkmal der Unberührtheit Marias, also eine Überhöhung, und sicher keine tragbare modische Variante.

Die Wohlhabenden ließen ihre Schnallen aus Silber herstellen; Gold oder Vergoldungen blieben dem Hochadel vorbehalten. Riemenbeschläge zur Zier waren zu Beginn des Jhs, wie im XIV. Jh, ein weit verbreiteter Gürtelschmuck, wobei sich auch Beschläge mit symbolischer Bedeutung, wie Devisen, Embleme oder Monogramme Beliebtheit erfreuten. Kettengürtel als ceinture longues des vorangegangenen Jahrhunderts erfuhren kleine Abwandlungen zum demi ceint, als Kombinationen von Stoff/Leder/Metall und blieben beim Adel in kostbaren Ausführungen das ganze XV. Jh über modisch. Genauso finden wir auch reine Bindegürtel aus Stoff oder schmalere normale Gürtel, manchmal kurz, ohne erkennbare Zunge, manchmal mit Überlänge, aber auch hier wurde die Zunge meist vom Stoff verdeckt, so daß man über die Gesamtlänge nur wenig Aussagen machen kann.

Rindsleder wird in zunehmend grösseren Mengen als bisher zur Verfügung gestanden haben, allerdings haben wir nach dem Tiefpunkt der Jahrhundertmitte des XIV. Jhs auch deutlich steigende Konsumentenzahlen. Zur Fleischversorgung der grossen Städte betrieb man von 1350 bis 1750 einen transkontinentalen Ochsenhandel. Der Beginn dieses Handels ist in der zweiten Hälfte des XIV. Jhs nachweisbar. Konkrete Zahlen liegen aber hptsl aus dem XVI. Jh vor.3



Gürtelrekonstruktionen mit Bronze- und Messingschnallen

= Hier nun Gürteltypen, die zum Ende des XIV. Jhs aufkamen und sich bis in die ersten Jahrzehnte des XV. Jhs hielten. Weitere Gürteltypen siehe also auch die vorangegangene Seite XIV.Jh. Jahrhundertwenden ergeben nicht unbedingt eine Zäsur in der Mode, sondern wir haben eher allmähliche Übergänge.










um

1400







Typ mit festem Schnallenbeschlag 1350-1450

6,5 x 3,5 cm, me für 20 mm Riemen



XIV-XV_012_me

inkl. 20 mm Riemen (natur/dunkelbraun/rot/schwarz)

und Senkel 10 x 2 cm (Fund Ende des XIV. Jhs)

montiert 75,00 EUR




XIV-XV_015_me

inkl. 20 mm Riemen (natur/dunkelbraun/rot/schwarz)

und Senkel 10 x 2 cm (Fund Ende des XIV. Jhs)

montiert 65,00 EUR

Spenglin „Nr.7183-3 auf Anfrage










um

1400





Typ Leierschnalle nach Fingerlin 1375 bis 1420, Abwandlungen in eckiger Form und erheblich aufwändigere Formen laufen noch bis zum Ende des XV. Jhs, siehe hierzu Fingerlin od. Krabath

Riemenzunge ab 1350 bis Anfang XV. Jh



XIV-XV_020_bz

inkl. 15 mm Riemen (natur/dunkelbraun/rot/schwarz)

und Senkel, bz 7 x 1,4 cm

montiert 89,00 EUR

Ausführung in me siehe unten



XIV-XV_024_me

inkl. 15 mm Riemen (natur/dunkelbraun/rot/schwarz)

und Senkel 5 x 2 cm

montiert 89,00 EUR

Spenglin links „Nr.7183“ u „Nr.7184“ rechts auf Anfrage










um

1400







Leierförmige Schnalle Dijon vor 1405



XIV-XV_023_me

inkl. 15 mm Riemen (natur/dunkelbraun/rot/schwarz)

und Senkel, bz 7 x 1,4 cm

montiert 85,00 EUR

Spenglin „Nr.7184“ auf Anfrage


XIV-XV_026_me

inkl. 20 mm Riemen (natur/dunkelbraun/rot/schwarz)

und Senkel 5,3 x 2,3 cm

montiert 79,00 EUR

Spenglin rund „Nr.7035“ oder schmal „Nr.7116“

und Beutelhalter W05 XIV-XV auf Anfrage





.



Schnallen aus Zinn








um

1400







Typ ab Mitte XIV. bis Mitte XV. Jh




XIV-XV_008_zi

20 mm Riemen (natur/dunkelbraun/rot/schwarz)

und Senkel 4 x 2 cm

montiert 55,00 EUR

[hier die alte Form, die neue ist erheblich filigraner]



XIV-XVI. Jh zi, vs u vz

(Schnallen-Präsentation Zinn am Marktstand, soll auf diesen Seiten später weiter ausgebaut werden)






Schnallen und Zungen aus reinem Zinn oder Zinn/Blei-Kombinationen werden in London nicht vor dem späten XIV. Jh datiert. Allerdings wurden Buntmetall- und Eisenschnallen bereits seit dem FMA verzinnt und ihnen ein silbriger Glanz verliehen als Rostschutz und optische Wertsteigerung.




Eisenschnalle Fränk. Schweiz XIV.-XV. Jh




Gürtelrekonstruktionen mit Schnallen aus Eisen und Zinn



Eisenschnallen tauchen bei Siedlungs- und Burggrabung auf. Jeder Dorfschmied konnte sie erstellen. Für das SMA und die frühe Neuzeit ist belegt, daß auch viele Bauern ihr Gebrauchsgut selbst fertigten, aufgrund des Vertriebs von Halbzeugen, die sie entsprechend weiter verarbeiteten. Geschwärzte flach geschmiedete Eisenschnallen finden sich auf meiner Seite IX.-XII. Jh. Es hatte sich im Laufe des Mittelalters grosse Eisenproduktionszentren entwickelt, wie im Siegerland, im südlichen Westfalen, in der Oberpfalz, im Thüringer Wald, in Kärnten oder in der Steiermark.4 Wie bereits in vielen anderen mittelalterlichen Gewerken machte man sich ab dem XIV. Jh auch hier die Wasserkraft zu nutze, wie sie die Römer zum Kornmahlen bekannt gemacht hatten und sich für diesen Zweck seit dem X./XI. Jh überall verbreiteten. Bislang bestimmten die Erzvorkommen und ausreichend Wald für die Verkohlung eine Rolle, nun aber wanderte das Hüttengewerbe von den Höhen in die wasserführenden Täler und wurde zum Standortfaktor Nummer Eins. Wassermühlräder trieben die Blasebälge an, erhöhten so die Ofentemperatur und schonten die menschliche Kraft durch den Antrieb der Pochhämmer, auch die Klingenschleifer sollten davon profitieren. Grössere Öfen wurden errichtet, so daß nun sogar „Flosseisen“ gewonnen wurde durch die Erniedrigung des Schmelzpunktes und erhöhte Aufnahme von Kohlenstoff. In Rennöfen war lediglich die Schlacke flüssig geworden. Die neuen Verfahren ermöglichten die starke Aufkohlung, Verstählung und lieferten härtere Eisenprodukte. Stahl kannte man bereits schon lange, wurde aber bislang nur für hochwertige Objekte in der Waffentechnik verwendet. In der Wende zum XV. Jh konnte nun bei vielen Eisenprodukten der Karbonanteil auf über 0,5-0,8 % gesteigert werden.5 Stahl war widerstandsfähig, so daß Rüstungsteile z.B. dünner und gewichtsmässig leichter produziert wurden, Klingen zum Hieb und Stoß gleichermassen taugten. Ein neuer Schub in der Kriegstechnik...

In London fanden sich eine Reihe Eisenschnallen in D- oder in rechteckigen Formen, das Gros zwischen 20 und 40 mm Breite. Oft waren sie in der Oberfläche verzinnt. Als Zungen gab es einfache umgefalzte Eisenbleche, ebenso mit leicht silbrigen Glanz, wobei die Riemenbreiten hier zwischen 6 und 30 mm variierten. Diese Riemen wurden also nicht nur für Gürtel, sondern auch für alle möglichen Rüst- und Ausrüstungsteile, sehr schmale Ausführungen ab Anf. des XV. Jhs wohl auch für das Schuhwerk genutzt, hier wurden sie zu kleinen Zinn/Blei-Schnallen getragen.6 Zungen spielten allerdings eher im militärischen als im zivilen Bereich eine Rolle, denn die Riemen mussten strapazierfähiger sein, deshalb die Verwendung von Eisen. Im zivilen Bereich dominierten in der bürgerlichen Sphäre Kupferlegierungen, manchmal verzinnt (tin coated) oder aus Zinn/Blei-Legierungen.

Nicht selten wurden metallene Lochverstärkungen (Dornösen) aus Zinn oder Eisen gesetzt, wie auf dem Bild hier gezeigt. Vor allem im Spätmittelalter finden sich diese Verstärkungen auf Abbildungen recht häufig. Auf Anfrage können sie bei allen Gürtelvarianten gesetzt werden.

Es finden sich unten eine Reihe von Riemen mit diversen Eisen-/Metallkombinationen:






XIV

-

XV




Abbildungen gut zu entnehmen D-förmige helle Schnallen aus Eisen oder Eisen verzinnt bei der einfachen Bevölkerung um 1400, auch komplett runde Varianten möglich, siehe oben, Fund aus der Fränkischen Schweiz. Die Schnallen wurden vermutlich angenäht und nicht mit Blechen befestigt.

Eine Materialbeurteilung der Schnalle ist hier schwieriger, da die einst bunt bemalten steinernen Skulpturen zumeist ihre Farbe verloren haben. Erkennbar ist wohl eine rundliche D-Form. Über die Art der Befestigung ist keine Aussage zu machen. Erfurt um 1360.



X-XV_25-30_eis rund

Eisenschnallen, hier in 25, bzw 30 mm Breite

Leder Grubengerbung natur

Rundstabige eiserne Schnallen sind auf Anfrage in folgenden Breiten möglich: 20/25/30/40 mm.






XIV

-

XV



Im militärischen Bereich, bei Rüst- und Sporenriemen wurden als Zungen und manchmal auch zur Befestigung der Schnallen einfache unverzierte Bleche mit gerader Kante gesetzt, London Nr. 595, 1350-1400.

Flach geschweifte Wellenformen mit Einschnitt (rechts aussen) bei Schnallenblechen und Zungen sind tendenziell im XV. Jh. die „edleren“ Varianten.



XIV-XV_20_eisst

20 mm Riemen (natur/dunkelbraun/rot/schwarz)

Schnallen, Beschlag und Senkel Eisen glänzend

montiert 55,00 EUR



XV_20_eisst

20 mm Riemen (natur/dunkelbraun/rot/schwarz)

Schnallen, Beschlag und Senkel Eisen glänzend

montiert 65,00 EUR








XIV

-

XV





Bleche mit gerader Kante finden sich sehr häufig. Es wurden Schnallen mit einfachen D-Formen oder eckige und rundliche Doppel-Schnallen gesetzt. Manchmal finden wir Metallkombinationen, wie bei dieser Schnalle aus einer Kupferlegierung mit hellem Eisen-/Stahlblech und Eisendorn, London Nr. 457, 1350-1400, alles war verzinnt. [Die Öse ist interessant und verweist auf einen militärischen Nutzen, mglw. zum Einhängen des Schwertschleppriemens]



Eckige Doppelschnalle und Blech mit gerader Kante

Schottenstift, Wien um 1470



XV_103_eisstzi

20 mm Riemen (natur/dunkelbraun/rot/schwarz)

Schnalle Zinn, Beschlag und Senkel Eisen glänzend

montiert 59,00 EUR










XIV

-

XV







Die kerbstrichverzierte Zunge London Nr. 591, wird zw. 1270-1350 datiert und weist eine gerade Kante auf. „Schwalbenschwänze“ mit rundlichen leicht geschweiften Paßformen bei Schnallenblechen und Zungen finden sich hptsl. im XIV. und vereinzelt noch im XV. und XVI. Jh.




XIV-XV_25_eisvs

25 mm Riemen (natur/dunkelbraun/rot/schwarz)

Schnalle Eisen, Beschlag und Senkel Eisen versilbert

montiert 65,00 EUR

[Probestück, noch nicht vernietet]



XIV-XV_25_eisvz

25 mm Riemen (natur/dunkelbraun/rot/schwarz)

Schnalle Eisen, Beschlag und Senkel Zinn

montiert 65,00 EUR






XIV

-

XV




XIV-XV_25_eisst

25 mm Riemen (natur/dunkelbraun/rot/schwarz)

Schnallen, Beschlag und Senkel Eisen glänzend

montiert 69,00 EUR



mögliche Tragweise im XIV. Jh.









XIV

-

XV












Die rundliche und leicht geschweifte Paßform ist in der Regel etwas älter, die flach geschweifte Wellenform mit dem Einschnitt (rechts aussen), wurde eher im XV. Jh verwendet, siehe auch Schnallenblech einer Churburg-Rüstung um 1450, heute in Glasgow.



XIV-XV_30_eisst

30 mm Riemen (natur/dunkelbraun/rot/schwarz)

Schnallen, Beschlag und Senkel Eisen glänzend

montiert 79,00 EUR

[Probestück, noch nicht vernietet]



XV_30_eisst

30 mm Riemen (natur/dunkelbraun/rot/schwarz)

Schnallen, Beschlag und Senkel Eisen glänzend

montiert 79,00 EUR






XIV

-

XV





Eckige Doppelschnalle, Blech mit gerader Kante leicht verdeckt, vor 1430, hier allerdings in Silber und über 8 cm breit, stammt wohl von einem Houppelande-Gürtel.



XV_101_eisstzi

30-35 mm Riemen (natur/dunkelbraun/rot/schwarz)

Schnalle Zinn, Beschlag und Senkel Eisen glänzend

montiert 69,00 EUR



XV_102_eisstzi

30-35 mm Riemen (natur/dunkelbraun/rot/schwarz)

Schnalle Zinn, Beschlag und Senkel Eisen glänzend

montiert 79,00 EUR








XIV

-

XV





Eckige Schnalle und langes Blech mit gerader Kante, hier ohne Zunge, Blaubeuren 1494. Trapezförmige Schnallen auch auf der Sattlerabb. mit Zaumzeug im Hausbuch der 12brüderstiftung Nürnberg 1425.




XIV-XV_35_eisstzi

30-35 mm Riemen (natur/dunkelbraun/rot/schwarz)

Schnalle Zinn, Beschlag und Senkel Eisen glänzend

montiert 79,00 EUR



XIV-XV_40_eisst

40 mm Riemen (natur/dunkelbraun/rot/schwarz)

Schnallen, Beschlag und Senkel Eisen glänzend

montiert 89,00 EUR




Quellen und weiterführende Literatur:

- Becks, J. u. Roelen, M.W.: Derick Baegert und sein Werk, Wesel 2011.

- Bergamini, G.: Miniatura in Friuli. Catalogo. Villa Manin di Passariano (Udine) 1985.

- Borchert, T-H. (Hrsg.): Van Dyck bis Dürer. Altniederländische Meister und die Malerei in Mitteleuropa, Stuttgart 2010.

- Desch, J./Herrbach-Schmidt, B.(Hrsg.): Mittelalter. Führer durch die Abteilungen HMA und SMA. Badisches Landesmuseum Karlsruhe 2009.

- Egan, G. (Hrsg.): Dress Accessories 1150-1450. Medieval Finds from Excavations in London, London 1998.

- Embleton, G. u. Howe, J.: Söldnerleben im Mittelalter, dt., Stuttgart 2006.

- Fingerlin, I.: Gürtel des hohen und späten Mittelalters, München Berlin 1971.

- Geppert, S.B.: Mode unter dem Kreuz. Rogier v d Weyden und seine Zeit. Kleiderkommunikation im christl. Kult., Dissertation, Wien 2010.

- Haedeke, H.-U.: BERG und MARK. Menschen, Eisen und Kohle. Wirtschaft, Handel und Wandel, Solingen 2000.

- Husslein-Arco, A.: Sammlung Mittelalter im Belvedere, Wien 2014.

- Husty, P. u. Laub, P.: Ars Sacra. Kunstschätze des Mittelalters aus dem Salzburg Museum, Salzburg 2010.

- Kania, K.: Kleidung im Mittelalter. Materialien-Konstruktion-Nähtechnik, Böhlau Verlag 2010.

- Krabath, St.: Die hoch- u. spätmittelalterlichen Buntmetallfunde nördlich der Alpen, Rahden 2001.

- Kühnel, H. (Hrsg.): Alltag im Spätmittelalter. Sonderausgabe Graz-Wien-Köln 1996.

- Legner, A. (Hrsg.): Die Parler u d schöne Stil 1350-1400. Europ. Kunst unter den Luxemburgern. Ausstellung Schnütgen Museum, Köln 1978.

- Lenhart U.: Kleidung und Waffen der Spätgotik II 1370-1420, Wald-Michelbach 2003.

- Liebhardt, W.: Zum Internationalen Ochsenhandel im südbayerischen Raum. Kulturspiegel Altomünster, Ausg. 33, 2009.

- Lichte, C. u Meurer, H.: Die mittelalterlichen Skulpturen. 2. Stein- und Holzskulpturen 1400-1530, Landesmuseum Württemberg, Stuttgart 2007.

- Loades, M.: The Longbow, Osprey Weapon 030, Oxford 2013.

- Schawe, M.: Alte Pinakothek. Altdeutsche und altniederländische Malerei. Katalog der ausgestellten Gemälde, Bd. 2. Ostfildern 2014.

- Thiel, E.: Geschichte des Kostüms. Die europ. Mode von den Anfängen bis zur Gegenwart, Berlin 1997.

- Thursfield, S.: Mittelalterliches Schneidern. Historische Alltagskleidung zwischen 1200-1500 selbst gemacht, Herne 2010.








V.-VIII. / IX.-XII. / XIII. / XIV. / XV. / XVI. Jh




zum Wert eines Gürtels siehe HINWEIS auf der ersten Seite



Anmerkungen und Quellenverweise:

1/Limburger Chronik 1389: „Auch führten Ritter, Knechte und Burger lange Schecken und Scheckenröcke geschlitzet hinten und neben, mit großen weiten Armen, und die Prischen an den Armen hatte eine halbe Elle und mehr. Das hing den Leuten über die Hände. Wann man wollte schlug man sie auf...fürder trugen die Manne Arme an Wamsen, an Schopen und an anderer Kleidung, die hatten Stauchen beinah bis auf die Erden, und wer die allerlängsten trug, der war ein Mann. Die Frauen trugen behemsche Kogeln, die gingan da in diesen Landen. Die Kogeln stürzete ein Fraue über ihr Haupt, und stunden ihn vorn auf zu Berge über dem Haupte, als man die Heiligen malet mit Diademanten (Heiligenscheine).“ [zitiert aus Parler III, S. 138]

2/Thursfield, Mittelalterliches Schneidern, S. 152.

3/Im XVI. Jh wurden bis zu 200000 Ochsen Schlachtvieh jährlich aus den Fürstentümern Moldau und Walachei und der ungar. Tiefebene zur Hälfte in die großen oberital. Städte, die andere Hälfte entlang der Donau nach Wien (Sammelpunkt der grossen Karawanen), St. Pölten, Amstetten, Enns nach Regensburg und über Nürnberg bis nach Frankfurt und Bingen, gelegentlich bis nach Köln und Aachen, getrieben. Der Name „Ochsenfurt“ entstammt dem Teil der Route beim Mainübergang. Auch die südbayerischen Städte waren am Ochsenimport beteiligt. Im Raum Dachau wird heute noch ein Teil des Ochsenwegs als „Dachauer Oxenweg“ touristisch genutzt (1560 orderten Augsburger Metzger 2700 Stück, 1578 bestellten ihre Wiener Kollegen 6000 Stück Vieh, 1600 kamen 100000 Ochsen nach Dtld). Aber dieser Import reichte nicht aus, so daß aus Jütland und von den dänischen Inseln pro Jahr 100000 Ochsen zum Niederrhein und in die Niederlande getrieben wurden. Auch Polen und die Eidgenossen führten Ochsen aus, siehe Kühnel, Alltag im SMA, S. 77 und Liebhardt, Zum Internationalen Ochsenhandel.

4/1387 waren in der Oberpfalz 97 Eisenhüttenwerke nachzuweisen mit einer Produktion von über 5000 to im Jahr im späten XV. Jh, ebenso in der Steiermark. Im Thüringer Wald sind Bergbau, Eisenerzschürfung und -Verhüttung sicher seit dem XIV. Jh nachweisbar, Waffen- und Harnischproduktion konzentrierte sich bis ins XIX. Jh in Suhl mit der Hennebergischen Schlagmarke. In Kärnten lag das Zentrum rund um Hüttenberg. Das Siegerland wies an der Wende zum XVI. Jh 43 Werke auf mit einer Jahresproduktion von über 1000 to. In der Regel wurde für jede Menge rohem Eisenstein die vierfache Menge Holzkohle benötigt. Da aber erst drei Einheiten Holz eine Einheit Holzkohle ergaben war das Verhältnis Eisen zu Holz 1 : 12. Der Holzbedarf war enorm. Steinkohle war zwar bekannt, aber in den obertägigen Flözen nur von geringer Qualität und der untertägige Abbau war lange Zeit mit zu hohen Kosten verbunden. An der Emscher ist die Steinkohlegewinnung bereits seit 1302 nachweisbar, doch erst im XVI. Jh kam der Steinkohlebergbau im Reich allmählich in die Gänge. Bauern waren oft die ersten, die als Nutzungsberechtigte die ersten Bergwerke betrieben, siehe Haedeke, BERG und MARK, S. 31ff.

5/Loades, The Longbow, S. 12 und Haedeke, BERG und MARK, S. 23ff. Bereits 1311 ist für das Siegerland das erste wasserbetriebene Hüttenwerk nachweisbar, an der Nette bei Altena 1395. Die Eisenproduktionsstätten lagen in den wald- und wasserreichen Gegenden am Rande der damaligen Zivilisation. Die Halbzeuge wurden an die Handels- und Handwerkszentren, wie Köln, Dortmund oder Soest in Westfalen geliefert, oder in Süddtld. aus der Oberpfalz nach Regensburg. Dort wurden daraus fertige Produkte erstellt und weiter exportiert. Für die Waffentechnik waren diese Produktionsstätten existenziell. Von Köln aus, der Stadt mit den berühmten „kölnischen Schwertern“ des XI./XII. Jhs, entstand in der Folgezeit ein vollständiger Produktionszweig in der „Einöde“, abseits der grossen Verkehrswege, wie das Schwerthandwerk in Solingen. In Altena, Iserlohn und Schwerte wurde Eisendraht gezogen und die Eisenringe für Kettenhemden gefertigt, in Cronenberg, Remscheid, Lüttringhausen einfache Gebrauchsklingen, Sicheln und Sensen, in Breckerfeld Messer, Dolche und Sporen, wobei hier noch lange ohne Wasserkraft gearbeitet wurde.


6/Egan, Dress Accessories, S. 124-126.