V.-VIII. / IX.-XI. / XI.-XIII. / XIII.-XIV. / XIV. / XV. / XV.-XVI. Jh

Historischer Kontext:

Mit dem Untergang des staufischen Königshauses verlor das Reich seinen Einfluß in Italien. Die ehem. staufischen Gebiete in Süditalien fielen an die Anjou (ohne Ansprüche des franz. Königs). Frankreich war tonangebend die kulturelle Macht in Europa. Es fasste zweimal soviel Einwohner wie das Reich. Mit der kulturellen Entwicklung Frkchs und später auch Nieder-Burgunds konnte man auf Reichsgebiet in vielen Belangen erst ab dem XVII. Jh gleichziehen, u.a. angeregt durch die Integration religiös und politisch verfolgter Auswanderer aus Westeuropa.

Während die dörflichen Gemeinschaften Selbstproduzenten waren in einer Naturalwirtschaft von Tauschhandel und Abgaben, vergrösserte die zunehmende Verstädterung die Bürgergemeinden, die nicht mehr selbst produzieren konnten, was sie zum Leben benötigten. Neue wirtschaftliche Verhältnisse und Abhängigkeiten, Rechts-, Geld- und Handelssysteme kamen auf, durch die eine aufstrebende soziale Schicht zu Wohlstand gelangte, der „Mittelstand“ wurde geboren. Er begann sich, ähnlich der adeligen Eliten, eine verfeinerte Kultur anzueignen.

In den nordfranzösischen Bischofsitzen hatte sich ein neuer Baustil entwickelt [der Begriff „Gotik“ wird erst später verwendet]. Franz. Sitten, Mode und die Baukunst „opus francigenum“ begannen das Reich zu prägen. Himmelwärts strebende, oftmals waghalsige, steinerne Bauprojekte wurden durch Bürger und Adel finanziert, um sich das Seelenheil zu erkaufen. Sie waren Ausdruck der Volksfrömmigkeit und des erwachten Standesbewußtseins, aber auch der schieren Angst vor dem Fegefeuer. Adelige ließen ihre Spenden durch Wappen in den Schlussteinen der Gewölbe dokumentieren. Während kleinere „bürgerliche“ Bauprojekte fertig gestellt wurden, sollten die ehrgeizigen Kathedralprojekte der Bischöfe, trotz der Tätigkeit mehrerer Generationen, vielfach nicht vollendet werden. Manche Gottesdienste fanden auf „Dauerbaustellen“ statt. Die Türme in Köln, Ulm oder Regensburg wurden erst im XIX. Jh errichtet. Durch die langen Bauzeiten ist der Standort von Skulpturen am Bauwerk, als mögliche Quelle, für die jeweilige Datierung nicht unerheblich. Denn sie konnten ja erst in einen möglichst fertig gestellten Bauteil eingefügt werden, so wie sie sich heute darstellen. Nicht selten aber meißelten die Steinmetze der Bauhütte die Skulpturen weit vor der Fertigstellung der architektonischen Elemente sozusagen „auf Bereitstellung“, damit sie programmatisch in den Gesamtbau eingefügt werden konnten!



1250-1350

- Gotische Formen -

Magdeburger Jungfrauen 1240-50, Patriziertöchter im Stil der neuen französischen Mode

...Seid also wachsam! Denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde.Matthaeus 25, 13

[Seit Mitte des XIII. Jhs werden „Zehnjungfrauenspiele“ erwähnt, die wohl enorme Wirkung auf das Publikum hatten. Mglw. sehen wir hier die „steingewordenen“ Protagonisten eines solchen Schauspiels.]

Gürtel der Frühgotik 1250-1300 (auf dieser Seite oben)

Gürtel der Hochgotik 1300-1350 (auf dieser Seite unten)


Rinke = Schnalle / Spenglin = Beschlag (Niete) / Senkel = Zunge

eis = Eisen, me = Messing, bz = Bronze, zi = Zinn, vz = Verzinnt, vs = Versilbert

FO = Fundort, AO = Aufbewahrungsort


Quellen und Quellenkritik für die 2. Hälfte des XIII. Jhs:

Durch den neuen französischen Baustil erhalten sich bereits erwähnte Skulpturen mit wirklichkeitsgetreuer und detaillierter Darstellungsweise. Daneben eignen sich als Quelle auch Abbildungen der Buchmalerei oder große Wandfresken, meist mit sakralem Hintergrund. Leider harren viele Handschriften noch unentdeckt in den Archiven oder wurden erst zu einem geringen Teil publiziert. Auch die großen bunten Glasfenster besonders in den franz. Kathedralen können als Quelle herangezogen werden, neben Heiligen und Adeligen werden bsplw. in Chartres in der 1. Hälfte des XIII. Jhs z.B. mit der Abbildung von Steinmetzen auch untere soziale Schichten thematisiert.

Die Verstädterung wird Kleiderordnungen mit sich bringen, mit der Vorgabe was jedem Stand angemessen war, um soziale Grenzen deutlich aufzuzeigen. Die Mehrzahl dieser Quellen stehen uns aber erst ab dem XIV. bis XVI. Jh zur Verfügung.

Grabskulpturen des Adels und des aufstrebenden Ritterstandes, oder Stifterfiguren eignen sich als Quellengattung. 1287 ließ der Regensburger Patrizier Heinrich Zant mit einem Hochgrab das erste Patriziermausoleum auf dt. Boden errichten. Diese Selbstdarstellungen des Patrizier-Stadtadels sollten zunehmen, nach Anregungen aus Italien mit seiner ausgeprägten Stadtkultur. Städte und Bürgertum gewannen an Macht, politisch begehrte diese Schicht auch in Dtld auf, erhob sich zur Not gegen Bischöfe und Fürsten, um eigene Ansprüche durchzusetzen.

Seit dem XIII. Jh war eine bildhafte und bewegte Liturgie nachweisbar, um sie für die Gläubigen erfahrbar zu machen. Es wurden „handelnde Bildwerke“ in Form kleiner Schauspiele aufgeführt. So nahm man an Karfreitag „Christus“ vom Kreuz, setzte ihn in einer Hl-Grab-Prozession bei, um ihn Ostersonntag wieder auferstehen zu lassen. Am Himmelfahrtstag konnte die Christusfigur durch ein „Himmelloch“, eine Gewölbeöffnung in der Kirchendecke, nach oben gezogen werden, z.B. in der ev. Stadtkirche von Wildungen oder in der Marienkirche Gelnhausens im Schlußstein der Vierung. Genauso konnten von dort Engel-Figuren herabgelassen werden. Auch die Kindheit Christi oder das Leben und die Himmelfahrt Mariens ist thematisiert worden. Hierzu wurden wohl die programmatischen Lettner, wie in Gelnhausen, ähnlich wie eine antike Theaterbühne genutzt.1 Lettner waren hohe Architekturelemente, welche die niedrigeren frühmittelalterlichen Chorschranken aufstockten, um die Gemeinde vom Chorraum zu trennen. Sie waren mit einer Empore ausgestattet, um Texte zu verlesen oder dienten als Sängerbühne. Im Laufe der Zeit wurden sie skulptural ausgeschmückt mit biblischen Szenen. Chorschranken wurden als trennende Bestandteile weiterhin bei den umlaufenden Chören verwendet. Interessant für einfache Darstellungen sind z.B. die Lettner in Chartres von 1230c mit dem „Hirten“, einen ca 3 cm breiten Gürtel mit knielangem Zungenteil tragend, oder in Naumburg von 1245c mit der „Magd“, die Petrus verleugnet. Sie trägt einen ca. daumen-, bzw zollbreiten Gürtel, also gute 2 ½ cm, ohne herab hängendes Zungenteil und eine massive Mantelschließe, die kaum aus Buntmetall bestanden haben kann, sondern eher aus Horn, Bein, Holz, oder ähnlich preisgünstigem und archäologisch meist schwierig nachweisbarem Material.

Auf dem breiten Feld der Buchilluminationen seien für die Darsteller der ländlichen Bevölkerung die Monatsbilder der vermehrt entstehenden Kalender empfohlen. Obwohl Gürtel hier nicht oft thematisiert werden zeigt doch die franz. Handschrift von Gautier de Coinci, „Miracles de Notre Dame“ 1275c Bauern bei ihren Tätigkeiten mit hellen Gürteln, die bis zum Saum der knielangen Kotte reichen.



1240-50 Magdeburg

langer Stoffgürtel mit Metallschnalle

Patriziertochter, Breite ca. 30 mm

alternierend beschlagener Gürtel

mit Rauten und Streckern

Madonna“ Freiburg Ende XIII. Jh

alternierend beschlagener Gürtel

mit Rauten und Streckern

Grabplatte der Anna Groß“, gest. 1294

Patrizierin, Nürnberg




Mode in der 2. Hälfte des XIII. Jhs (höfische u hochbürgerliche Formen):

Ab der Mitte des XIII. Jhs läßt sich anhand von „frühgotischen Bauwerken“ der neue französische Modestil in der Kleidung dokumentieren, der immer stärkeren Einfluß im Reich gewann. Der bei mittelalterlichen Darstellern beliebte „Gürtel mit Überlänge“ (bis zum Schienbein) erfuhr erstmalig seine Ausformung, blieb als besonderer Schmuck der Gewandung aber auf den Adel beschränkt! Denn nur hier trugen sowohl Frau, als auch Mann lange Gewandungen. Auch wurden Frauengürtel des Adels in dieser Zeit recht hoch in der Taille getragen, vor allem Madonnenstatuen zeigten diese hohe Tragweise, damit bei ihnen Gürtel mit Überlänge als Ausdruck von Keuschheit und Reinheit, besonders zur Geltung kamen. Grundsätzlich haben wir zum Ende des XIII. Jhs und um 1300 eine Phase, in der Gürtelzieren als Spenglin beim Adel sehr beliebt waren, häufig mit alternierenden Formen. Grundsätzlich waren Gürtel mit Überlänge Zeichen des gehobenen Standes, und nicht nur bei Mariendarstellungen galten sie als Zeichen der Unberührtheit, sondern ähnlich dazu werden in deutlicher Anspielung auch die Juncfrouwen-Gürtel der oft zitierten „Klugen und Törichten Jungfrauen“ an mittelalterlichen Domportalen zu verstehen sein. In Magdeburg wurden junge adelige Patriziertöchter dargestellt. Vorhandene Farbreste an der Gewändern in Gold und Rot verdeutlichen deren gehobene Stellung mit exklusiven Accessoires an Tassel-, Fibel- und Gürtelschmuck.

Die von uns heute angewendete beliebte Schlaufung nach der Schnalle ist an den Gürteln der Statuen des XIII. Jhs nirgendwo festzustellen [ab dem XIV. Jh. wird sie gelegentlich angewendet, aber sie ist nie (!) die Regel bei mittelalterlichen Gürteln].







Gürtelformen der niederen Bürger und des einfachen Volkes in der 2. Hälfte des XIII. Jhs:

Die Gürtel der niederen sozialen Schichten waren einfach gehalten. Falls nicht nur die Taillenraffung einen Gürtel auf Abbildungen andeutete und wir deshalb von einem schlichten kurzen Leibgurt ausgehen können, wurde bei den Männern im Maximalfall zur meist knielangen Bekleidung auch nur ein entsprechend langer Gürtel getragen. Er wies keine Spenglin oder Zungen auf.2 Details sind allerdings oft schwierig zu erkennen, wenn Abbildungen bestenfalls nicht mehr als ein Strich auf der Kleidung zeigen, als angedeuteter Gürtel, über das Knie nicht hinaus reichend. Möglicherweise hatte die Länge auch mit dem verwendetem Material zu tun. Der Adel konnte sich exklusive Stoffgürtel leisten, deren Länge variabel war. Rindslederhäute wurden von den Rot-/Lohgerbern in erster Linie für die Schuhsohlen gegerbt, so daß für Gürtel, vor allem bei den einfacheren Schichten wie seit der Spätantike und im FMA eher Leder von Ziege oder Schaf, aus der reichlich vorhandenen Kleintierzucht, mglw. auch Kalbsleder, den Vorzug hatte, wenn der Bedarf der Pergamenthersteller und Weißgerber gedeckt war. Hinzu gilt es zu bedenken, daß alle Nutztierarten durchschnittlich kleiner waren als unsere heutigen Rassen, damit waren die Häute kürzer und auch dünner. Erst ab 1350 trieb man jährlich hunderttausende von Rindern aus Ungarn oder Dänemark ins Reich, die im Verhältnis grösser als unsere einheimischen Tiere beschrieben wurden, so daß die Lederproduktion mglw. vollkommen verändert wurde, siehe auch eigene Seite XIV.-XV. Jh. Erhaltene Ledergürtelreste des Spätmittelalters konnten in Ausnahmefällen Stärken bis zu max 4 mm aufweisen, dazu wurden entsprechend grosse Tiere benötigt, meist liegen die Stärken zwischen 2 und 3 mm.








Gürtelrekonstruktionen 1250-1350

= hier nun Gürteltypen, die in der 2. Hälfte des XIII. Jhs aufkamen und sich teilweise bis zur Mitte des XIV. Jhs hielten =




XIII




Bauer, Handwerker

D“-förmig Eisen original Forchheim unsicher datiert XI.-XV. Jh.




IX-XV_20 bis 40_eis

Riemen natur geölt

[Schnalle flachstabig]



IX-XV_20eis an 20 mm Riemen montiert 35,00 EUR

IX-XV_25eis an 25 mm Riemen montiert 39,00 EUR

IX-XV_30eis an 30 mm Riemen montiert 45,00 EUR

IX-XV_40eis an 40 mm Riemen montiert 55,00 EUR

[Hochwertiges vegetabil gegerbtes Naturleder in Zaumzeugqualität, da es allen Anforderungen genügen soll mit angenähten Schnallen]


Mitte

und

2.

Hälfte

XIII


Adel und gehobenes Bürgertum Alltags- oder zweite/dritte Garnitur, ohne Beschläge auch mittleres Bürgertum (Kaufleute)


















XIII_011_me

30 mm Riemen (natur/dunkelbraun/rot/schwarz)

und Senkel_me 12 x 3 cm

montiert 110,00 EUR

+ Beutelhalter montiert 149,00 EUR

Spenglin Lo ab 1270 „Nr.6879“ auf Anfrage



XIII_008_me

30 mm Riemen (natur/dunkelbraun/rot/schwarz)

und Senkel_me 8 x 2,5 cm

mit ca. 25 Spenglin „Nr.6808“

montiert 149,00 EUR




2.

Hälfte

XIII


Adel und gehobenes Bürgertum Alltags- oder zweite/dritte Garnitur, ohne Beschläge auch mittleres Bürgertum (Kaufleute)



Die Bleche werden in der 2. Hälfte des XIII. Jhs länger als typisches Charakteristikum gegenüber denen der 1. Hälfte, siehe Funde von der Burg Wartenberg vor 1265




XIII_001_me

30 mm Riemen (natur/dunkelbraun/rot/schwarz)

und Senkel_me 12 x 3 cm [London bereits ab 1230]

je nach Zunge montiert 110,00, bzw 120,00 EUR




XIII_002_me

mit Spenglin Lo ab 1270

Nr.6879“ auf Anfrage

hier Riemen natur



2.

Hälfte

XIII

Weiblicher Adel Alltags- oder zweite/dritte Garnitur, aufstrebendes Bürgertum



Gürtel mit verzierten Blechen

Schnalle mit kleinen Eckkugeln Magdeburg 1250c

auch an den Straßburgen Skulpturen 1280-90 findet sich dieser Schnallentyp noch recht häufig, ebenso in Nürnberg, „Grabplatte der Anna Groß“, gest. 1294, s.o.



XIII_030_me

20 mm Riemen (natur/dunkelbraun/rot/schwarz)

und Senkel_me 3,7 x 2 cm

montiert 85,00 EUR

Eingekerbtes Schnallenblech z.B. am Gürtel einer „Klugen Jungfrau“ in Magdeburg 1250c oder an der Riemenzunge der Skulptur des Pfalzgrafen Heinrich II. in Maria Laach um 1275.




XIII_029_me

20 mm Riemen (natur/dunkelbraun/rot/schwarz)

hier natur stark geölt

und verziertem Senkel_me 3,7 x 2 cm

montiert 85,00 EUR


2.

Hälfte

XIII



Weiblicher Adel Alltags- oder zweite/dritte Garnitur

oval profiliert 2. Hälfte XIII. Jh.

z.B. Typ Burg Wartenberg vor 1265



Spenglin „Rautenlilie“ orig. Raffenburg, Hagen (FO)

als Spenglin „Nr. 7734“

ab 2. Hälfte XIII. Jh.



XIII_026_me

Schnallenblech nicht mehr lieferbar, Alternative vorhanden

20 mm Riemen (natur/dunkelbraun/rot/schwarz)

und verziertem Senkel_me 6,2 x 1,9 cm

montiert 79,00 EUR

Spenglin Rautenlilie „Nr.7734“ auf Anfrage



XIII_028_me

20 mm Riemen (natur/dunkelbraun/rot/schwarz)

und Senkel_me 6,2 x 1,9 cm [gleicher Typ links]

mit Streckern „Nr. 7060“ auf Anfrage


2.

Hälfte

XIII

mittleres Bürgertum, Handwerkergattin



Typ Perlstab ab Mitte XIII. Jh.

Schnallen mit Perlstab, profiliertem Dornrast oder kl. „Hörnchen“ bleiben bis zum Anf. des XIV. Jh. recht beliebt.



XIII_013_me

20 mm Riemen (natur/dunkelbraun/rot/schwarz)

und Senkel_me 6,1 x 1,7 cm

montiert 69,00 EUR



XIII_014_me

20 mm Riemen (natur/dunkelbraun/rot/schwarz)

hier Riemen natur, geölt

und Senkel_me 6,1 x 1,7 cm

montiert 69,00 EUR


XIII

-

XIV

mittleres Bürgertum Frau/Mann



Typ XIII. bis Mitte XIV. Jh



XIII_033_me

20 mm Riemen (natur/dunkelbraun/rot/schwarz)

und Senkel_me 9 x 2,5 cm

montiert 75,00 EUR



XIII_012_me

30 mm Riemen (natur/dunkelbraun/rot/schwarz)

hier Riemen dunkelbraun

und Senkel_me 9 x 2,5 cm

montiert 99,00 EUR


XIII

-

XIV

Adel und gehobenes Bürgertum Alltags- oder zweite/dritte Garnitur, ohne Beschläge auch mittleres Bürgertum (Kaufleute)

Manesse um 1310 mit Formen, die bereits zum Ende des XIII. Jhs gebräuchlich. Hier ein breiter Männergürtel, wohl mit Riemenschieber, denn das lange Zungenstück ist deutlich zur Seite geschoben. Eine Schlaufung ist nicht erkennbar.




XIII-XIV_001_me

30 mm Riemen (natur/dunkelbraun/rot/schwarz)

und Senkel_me 8 x 2,5 cm

montiert 99,00 EUR


[Zunge mit abgerundetem Ende nach Fund auf Isenburg, bzw. Neu-Isenburg vor 1288, Rosette „Nr. 7010“ ergänzt]






XIII-XIV_001_me

die Rosetten können auch als Spenglin „Nr. 7010“ auf dem gesamten Gürtel verwendet werden, hier in Kombination mit Strecker „Nr. 7061“

[auf Kundenwunsch mit Schlaufung]




XIII

-

XIV

Adel und gehobenes Bürgertum Alltags- oder zweite/dritte Garnitur, ohne Beschläge auch mittleres Bürgertum (Handwerkergattin)



ab Mitte XIII. bis Mitte XIV. Jh




XIII_020_me

15 mm Riemen (natur/dunkelbraun/rot/schwarz)

und Senkel_me 6,1 x 1,7 cm

montiert 65,00 EUR


V

XIII_022_me

mit Spenglin


XIII

-

XIV

Adel und gehobenes Bürgertum Alltags- oder zweite/dritte Garnitur, ohne Beschläge auch mittleres Bürgertum (Handwerkergattin)








XIII_021_me [Blech mit Wellenschliff]

15 mm Riemen (natur/dunkelbraun/rot/schwarz)

und Senkel_me 6,1 x 1,7 cm

montiert 69,00 EUR

- Spenglin nicht mehr lieferbar, Alternativbilder anfordern -

XIII-XIV_002_me [mit Wellenschliff]

15 mm Riemen (natur/dunkelbraun/rot/schwarz)

und Senkel_me 4,3 x 1 cm

montiert 69,00 EUR


XIII

-

XIV



Weibliche Adel Alltags- oder zweite/dritte Garnitur, gehobenes Bürgertum



Spenglin „Rautenlilie“ orig. Raffenburg, Hagen (FO)

als Spenglin „Nr. 7734“

ab 2. Hälfte XIII. Jh.



Diese Lilienform fand als Stempelverzierung vor allem nach erhaltenen Messerscheidenfragmenten in London und Schleswig zu schließen einen gewissen Grad der Beliebtheit.



XIII-XIV_006_me

15 mm Riemen (natur/dunkelbraun/rot/schwarz)

hier Riemen dunkelbraun

und Senkel_me 4,3 x 1 cm

montiert 69,00 EUR


Bspl Riemen rot

mit Senkel_me 4,3 x 1 cm

und

Spenglin „Nr.7734“

[Funde aus Hagen und London]


XIII

-

XIV

Weiblicher Adel Alltags- oder zweite/dritte Garnitur, gehobenes Bürgertum



Typ XIII. bis Mitte XIV. Jh




XIII-XIV_014_me

15 mm Riemen (natur/dunkelbraun/rot/schwarz)

und Senkel_me 4,3 x 1 cm

montiert 75,00 EUR



XIII-XIV_003_me

15 mm Riemen (natur/dunkelbraun/rot/schwarz)

und Senkel_me 4,3 x 1 cm

montiert 75,00 EUR


XIII

-

XIV

Weiblicher Adel Alltags- oder zweite/dritte Garnitur, Festtagsgürtel gehobenes Bürgertum



aus der Manesse 1310-20c

die jugendliche Tänzerin trägt einen reich beschlagenen schmalen längeren Gurt



XIII-XIV_005_me

15 mm Riemen (natur/dunkelbraun/rot/schwarz)

und Senkel_me 4,3 x 1 cm

montiert 75,00 EUR

Spenglin „Nr.7025“ und Beutelhalter optional

XIII-XIV_005_me getragen

hier Riemen schwarz

[auf Kundenwunsch mit Schlaufung]







Historischer Kontext:

Die Zeit war von vielfältigen Umbrüchen gekennzeichnet. Die franz Anjou, welche die Nachfolge der Staufer in Unteritalien übernommen hatten, verloren Sizilien an Aragon, doch erlangten sie 1306 die Thronfolge in Ungarn.3 Während dt Könige, wie Heinrich VII. v Luxemburg (reg. bis 1313) oder Ludwig der Bayer (reg. bis 1347) dem fatalen Kaisertraum anhingen, der für das Reich teuer bezahlt werden musste und so viele Ressourcen in Italien verschlang. Neue Mächte, wie England, Burgund oder Polen wussten ihre Chancen militärisch oder durch Heiratspolitik zu nutzen.

Innenpolitisch wirkte das Reich unter den Luxemburger Herrschern stabil. Es sank der Einfluß des Adels, das Rittertum erlebte die letzte Blüte vor dem tiefen Fall und die Städte waren im steilen Aufstieg. Eine Entwicklung, die in Italien, Spanien und Frankreich ihren Ausgang genommen hatte und auch im Reich unumkehrbar war. Die Gesellschaft begann sich zu differenzieren. Eine neue soziale Schicht forderte mehr Mitspracherecht: Der Bürger mit Patriziern, Stadtministerialen, reichen Kaufleuten und zünftisch organisierten Handwerkern.4 Städte waren bereits seit dem XIII. Jh aufstrebende Institutionen, die sich in Bünden vereinigten. Sie erkämpften Freiheiten gegenüber ihren Territorialherrn oder erlangten im Interesse des Königs Reichsunmittelbarkeit. Wohl standen sie auch untereinander in Konkurrenz, genauso wie alle gesellschaftliche Schichten. Das war ein starker Motor für die Entwicklung in wirtschaftlichen und kulturellen Belangen.

Ähnlich der großen Wallfahrtszentren stellten sich auch die Städte unter den Schutz von Heiligen, deren Reliquien in den Pfarrkirchen aufbewahrt wurden, die symbolisch auf den Stadtsiegeln auftauchten oder wie in Dortmund durch den mythischen Ritterheiligen Reinoldus seit Anf. des XIV. Jhs mit einer hölzernen Skulptur der Stadt Schutz gewähren sollten.

Die Bevölkerungszahlen um 1300 werden für das Reichsgebiet auf rd 12,5 Millionen Menschen geschätzt. Davon max 10 % in den Städten lebend.5




1300-1350

- Hochgotische Formen -

Cappenberg, 1310-30 (Grabplatte des Grafen Gottfried von Cappenberg, der zu Beginn des XII. Jhs lebte und dem als bedeutenden Stifter Mitte des XIII. Jhs ein Grabmal errichtet wurde, das aber nicht mehr erhalten ist. Inwieweit die hier gezeigte Ausführung des XIV. Jhs der ursprünglichen Fassung folgt, ist nicht zu sagen.)

[Wir haben eine eigenartige Mischform vor uns. Der reich beschlagene lange Leibgurt ist zeitgemäß für die Wende um 1300, erstaunlich allerdings der bisher früheste Beleg für eine noch recht unbeholfene „Schlaufung“ nach der Schnalle, die im XIII. Jh so bislang beim Adel nicht nachweisbar ist. Der separate Schwertgurt war im XIII. Jh üblich. Er zeigt allerdings am Ende keinen aufgespleissten Riemen, um ihn zu knoten, sondern endet blank. Der Schwertgurt muss also eine Schnalle aufweisen und damit haben wir in Dtld eine Ausführung des XIV. Jhs vor uns, denn geschnallte Schwertgurte, in Fkrch beim Adel schon länger üblich, erscheinen bei uns erst nach 1300. Die Darstellung unterscheidet sich deutlich von der zusammen mit seinem Bruder Otto, siehe unten links, mit kürzeren breiteren Gürteln, als Kombination von Schwert- und Leibgurt.]


Rinke = Schnalle / Spenglin = Beschlag (Niete) / Senkel = Zunge

eis = Eisen, me = Messing, bz = Bronze, zi = Zinn, vz = Verzinnt, vs = Versilbert

FO = Fundort, AO = Aufbewahrungsort


Quellen und Quellenkritik für die 1. Hälfte des XIV. Jhs:

Die zunehmende Verstädterung verbessert unsere Quellenlage. Der neue Baustil (Gotik) fand immer weiter Verbreitung. Hauptsächlich solvente kirchliche Vertreter, aber auch finanzstarke Orden, Adel und die ersten Bürger und Zünfte mit ihren Stiftungen sorgten für eine vielfältige Verbreitung. Vorreiter war die klerikale Architektur. Aber auch weltliche Gebäude wurden im neuen Kathedralstil errichtet, wie manch prächtige Rathäuser. Falls keine öffentlichen Gebäude vorhanden waren, tagten Magistrat, Zünfte, Gilden und Bruderschaften durchaus auch in den Kirchen, wenn es um das Allgemeinwohl ging. „Gotische Formen“ fanden vielfach Eingang in die Alltags- und Sachkultur. Der Adel ließ sich Grabmalplatten erstellen. Sozial niedere Schichten fanden ein wenig mehr Beachtung in der künstlerischen Wiedergabe, natürlich in untergeordneten Rollen. In der Buchmalerei erhielt sich mit der Handschrift im Auftrag der Züricher Familie von Manesse ein besonderen Schatz. Die hier gezeigten Personen waren gehobenen- und mittleren Standes, eine profane Handschrift ohne sakralen Hintergrund, statt Heilige also reale Zeitgenossen!

Vermehrt lassen sich schriftliche Quellen in Form von Zunft- und Kleiderordnungen, s.u. heranziehen oder Nachläße, Rechnungen und Inventare, die zuweilen Gürtel recht genau beschreiben. Seit Ende des XIII. Jhs gab es die ersten nachweisbaren bürgerlichen Testamente. In Regensburg wurde in oberdeutscher Mundart 1308 ein silberner Gürtel als Erbstück erwähnt. Auch in Dortmund finden sich ab 1326 erste Quellen zur Stadtgeschichte in niederdeutscher Mundart und nicht ausschließlich in Latein.




Dietmar von Aist, Manesse 1310-20




Mode in der 1. Hälfte des XIV. Jhs (höfische u hochbürgerliche Formen):

Die Manesse ist eine Handschrift, die durch Ritter Rüdiger Manesse (gest. 1304) und seinem Sohn Johannes in Auftrag gegeben und in Zürich gefertigt wurde. Sie verweist noch deutlich ins XIII. Jh und verarbeitet viele der üblichen franz. Modeformen und benutzt Ornamente, die in der Architektur der franz Gotik üblich waren und rechts des Rheins seit geraumer Weile übernommen wurden. Man kann es auch anders formulieren, die Jahrhundertwende brachte demnach keinen großen Modewandel mit sich, die „Gotik“ wirkt nun durch und durch. Und man muß diesbzgl feiner abstufen, denn es ist natürlich jede einzelne Generation, die neue Moden hervorbringt und sich damit von der vorherigen distanziert. Die Werkstatt des Grundstockmalers arbeitete zwischen 1300 und 1315, die Nachtragsmaler sogar bis 1340. Der überwiegende Teil der stark beschlagenen Gürtel aus der Manesse wurde von adeligen Männern getragen, mit schmalen und breiten Formen [die breiteren Gürtel siehe Seite XIII. Jh]. Stoffgürtel konnten so lang sein, daß sie fast zweimal um den Körper geschlungen, aber wohl nicht lang herabhängend getragen wurden, siehe „Hl. Florian“ von 1320 in St. Florian, Österreich. [Bild wird folgen] Ähnlich zu den Manesse-Miniaturen sind auch die ca daumenbreiten reich beschlagenen Gürtel von Nikodemus und Joseph von Arimathea auf dem Bildtäfelchen der „Kreuzabnahme“ im Kunsthaus Zürich aus der ersten Hälfte des XIV. Jhs zu sehen. Die Länge ist nicht zu beurteilen, da die Zungenteile durch die bewegte Gewandung verdeckt werden. Interessant ist jedoch, daß beide Protagonisten sehr ähnlich ausgestattet sind, sieht man vom Judenhut des Nikodemus (mit der Zange), einmal ab. In vielen späteren Darstellung wird die Kluft größer, während Joseph v A. sein adeliges Gepräge behält, wird Nikodemus ein deutlicher Vertreter des Bürgertums, wie es der Text auch vorgibt [Abb. Musper, Got. Malerei nördl. d Alpen, S. 58].

Bei den Frauen ließ die Modesitte der Surkots oft keine Gürtel sichtbar werden. Nur auf zwei Abbildungen zeigte eine jüngere Frau ohne Übergewand mit offenen Haaren einen stark beschlagenen Gürtel, Bild siehe unten. Das Interesse der Dame an einem solchen Kleinod auf der Abbildung oben zum Dietmar von Aist, läßt vermuten, daß sie verdeckt unter den Surkots getragen wurden, wie es die spätere Mode mit den grossen Höllenfenstern durchaus belegt, also nur sichtbar waren, wenn die Überbekleidung abgelegt wurde.

Vollkommen neue Formen bei Schnallen und Senkeln erscheinen erst in den 20er/30er Jahren des XIV. Jhs. Frauengürtel wurden teils sehr hoch, weit oberhalb der Taille, getragen, wie es vor allem bei Marienskulpturen bis etwa 1350 üblich war, deren Gürtellänge wurde zugleich mit Jungfräulichkeit und Unberührtheit assoziiert. Ab Mitte des XIV. Jhs werden Gürtel immer häufiger mit der uns so gewohnten „Schlaufung“ nach der Schnalle abgebildet. Die Gürtelteile wurden recht lang und schmal.








Gürtelformen der niederen Bürger und des einfachen Volkes in der 1. Hälfte des XIV. Jhs:

Diese Gürtelformen sind manchmal ablesbar an Steinmetzskulpturen der Handwerker oder an den gestifteten Glasfenstern der Zünfte in den neuen Kathedralen, zuweilen auf Buchilluminationen, falls mehr erkennbar ist als der übliche „Strich“, welcher die Kleidung symbolisch in der Taille raffte. Gürtel mit Überlänge wurden von den unteren Volksschichten nicht getragen. Die Männerkleidung hat ungefähr Knielänge. Im Luttrell Psalter von 1335v lugt das Zungenende eines Bauern als Sähmann so gerade aus der Schnalle, die Gürtel der Vogelfänger und die der Bogenschützen sind alle kurz, ohne jegliche Überlänge. Interessanterweise sind ihre Gürtel beschlagen. Allerdings sollten engl. Quellen mit Vorsicht genossen werden. Alleine durch den problemlosen Zugang zu Zinn sind hier andere Möglichkeiten gegeben, als im zinnarmen Dtld. Metallanalysen bei Pilgerabzeichen, die ein Massenartikel darstellten, zeigen auf dem Kontinent einen viel höheren Bleianteil als in England. Man streckte also das Material durch preiswertes Blei. So zeigen westeuropäische Abbildungen aus England und Frankreich auch bei den unteren Chargen, bei Kriegsknechten des 100jährigen Krieges beispielsweise, grundsätzlich einen höheren Anteil an Beschlägen als auf Reichsgebiet. So werden einfache Darstellungen auch in der Chronik des Gilles li Muisis aus Tournai von 1349-53 thematisiert. Die Gürtel der Männer sind zwei bis drei cm breit, auch hier sind keine Überlängen festzustellen. Beschläge scheinen auf ein paar Exemplaren angebracht zu sein, meine Abbildungen und deren Kopien sind zur näheren Begutachtung zu schlecht. Taschenformen aus der Mitte des XIV. Jhs sind allerdings gut erkennbar.

Vorbilder für Kriegsknechte und Schergen bieten auch die „Geißler“ und „Wächter“ bei der Jesus-Gefangennahme und -Vorführung vor der Obrigkeit in Buchilluminationen und den allmählich detaillierter ausgearbeiteten Altarretabeln, wie bsplw. auf den Passionsaltären in Klosterneuburg/Austria von 1330c oder in Heilsbronn von 1340.








als Ergänzung zu den bisherigen Formen neue aus der 1. Hälfte des XIV. Jhs










Anf.

XIV

Adeliger Schwertgurt Bindesystem

Burggraf von Rietenburg“

Zum Vergleich hier ein Schwertgurt aus der Manesse um 1310-20. Im Reich ist der geschlaufte Gurt, ohne Schnalle, lange Zeit ein Standessymbol, Relikt aus vergangenen Tagen. Ein guter Beleg wie „altmodisch“ die Manesse diesbezüglich ist und damit durchaus eine gute Quelle auch für Darsteller zum Ende des XIII.Jhs.

Der geschlaufte Gurt findet sich zeitgleich auch noch beim „Paulus“ des ehem. Portals der Liebfrauenkirche in Mainz von 1310c.



Schwertgurt_01_wß

cingulum militare“,

der traditionelle Schwertgurt für den Ritteradel

als Bindegürtel „deutsche Art“

(hier mit „X“-Bindung)

montiert 85,00 EUR



Lettnerfigur Elisabethkirche, Marburg 1320-30

In den ersten Jahrzehnten des XIV. Jhs wird es auch im Reich üblich den adeligen Schwertgurt mit einer Schnalle zu versehen, wie es in Westeuropa bei Rittergurten oder bei nicht-adeligen Schwertträgern schon lange gebräuchlich ist, siehe Kreuzritterbibel oder „Hl. Georg“, Kathedrale Chartres.6 Möglicherweise ist die Sitte im Zuge der Gotik aus Frkrch übernommen worden.










Anf.

XIV

Adeliger Schwertgurt geschnallt

Gottfried u Otto von Cappenberg in der Darstellung von ca. 1324

Der Schwertgurt ersetzt hier den Leibgurt. Ähnlich zur Lettnerfigur aus Marburg, s.o., ist bei den Cappenbergern Gurten eine Randverstärkung zu beobachten, als Hinweis auf einen möglichen Textilgurt! Die Beschläge bestehen hier aus mehrstufigen Blattmustern.

Sehr einfache kurze Waffengurte mit schlichten quadratischen und rechteckigen Schnallenformen, nur in einem Fall mit Beschlägen und einmal mit deutlicher Überlänge zur Seite geschoben, ansonsten keine herabhängende Zungen, finden sich auf den überlebensgroßen Darstellungen der Heerschildordnung mit König Ludwig dem Bayern und den sieben Kurfürsten, alle in Rüstung, vom ehem Kaufhaus Brand in Mainz 1330c. Die Museumsdatierung 1317 vom LM Mainz ist zu früh, da hier Ludwig den Mainzern das Stapelrecht beurkundete. Die Rüstungselemente datieren eindeutig etwas später.



Dom St. Viktor, Xanten, 1. Hälfte XIV. Jh

breiter Schwertgurt mit einfachen stabförmigen Zieren. Der Waffenrock wird durch einen nicht genau definierten Leibriemen kurz darüber deutlich zusammen gerafft.






XIV_001_vm

40 mm Riemen (natur/dunkelbraun/rot/schwarz)

und Senkel_me 5 x 4 cm

montiert 69,00 EUR

Riemenbeschläge „Nr.6269“ optional

[Gürtelausführung auch in silberfarben auf schw. oder rotem Leder möglich]








XIII

-

XIV



Bauer, Handwerker

D“-förmig Eisen original Forchheim unsicher datiert XI.-XV. Jh.




IX-XV_20 bis 40_eis

Riemen natur geölt

[Schnalle flachstabig]



IX-XV_20eis an 20 mm Riemen montiert 35,00 EUR

IX-XV_25eis an 25 mm Riemen montiert 39,00 EUR

IX-XV_30eis an 30 mm Riemen montiert 45,00 EUR

IX-XV_40eis an 40 mm Riemen montiert 55,00 EUR

[Hochwertiges vegetabil gegerbtes Naturleder in Zaumzeugqualität, da es allen Anforderungen genügen soll mit angenähten Schnallen]






XIV

-

XV




Bauer, Handwerker und Söldner

Nicht nur im militärischen Bereich, bei Rüst- und Sporenriemen wurden als Zungen und manchmal auch zur Befestigung der Schnallen einfache unverzierte oder kerbstrichverzierte Bleche mit gerader Kante gesetzt, Bspl Zunge London Nr. 591, zw. 1270-1350 datiert.






XIV-XV_20_eisst

20 mm Riemen (natur/dunkelbraun/rot/schwarz)

Schnallen, Beschlag und Senkel Eisen glänzend

montiert 65,00 EUR



XIV-XV_25eisst 25 mm Riemen u Zunge 79,00 EUR

XIV-XV_30eisst 30 mm Riemen u Zunge 85,00 EUR









1.

Hälfte

XIV



Handwerkergattin, Magd



Typ 2. Hälfte XIII. Jh bis Mitte XIV. Jh











XIV_009_me

15 mm Riemen (natur/dunkelbraun/rot/schwarz)

und Senkel_me 7 x 1,4 cm

montiert 65,00 EUR








1.

Hälfte

XIV



Adel und Patriziat Alltags- oder zweite/dritte Garnitur, gehobenes Bürgertum



Typ ab ca 1330 nachweisbar bis Anfang XV. Jh





XIV_012_me

Schnalle (siehe XIV_10_me)

15 mm Riemen (natur/dunkelbraun/rot/schwarz)

und Senkel 10 x 1,5 cm

montiert 69,00 EUR

Spenglin Nr. „7016“ auf Anfrage






XIV_010_me

15 mm Riemen (natur/dunkelbraun/rot/schwarz)

und Senkel 7 x 1,4 cm

montiert 59,00 EUR

Spenglin „Nr.7072“ optional








1.

Hälfte

XIV



Adel und Patriziat Alltags- oder zweite/dritte Garnitur, gehobenes Bürgertum

Zunge ab 1. Hälfte XIV. Jh






XIV_013_me

20 mm Riemen (natur/dunkelbraun/rot/schwarz)

und Senkel 11 x 1,5 cm

montiert 79,00 EUR



XIV_015_me

20 mm Riemen (natur/dunkelbraun/rot/schwarz)

und Senkel 11 x 1,5 cm

montiert 89,00 EUR








Quellen und weiterführende Literatur:

- Becks, J. u Roelen, M.W.: Derick Baegert und sein Werk, Wesel 2011.

- Egan, G. (Hrsg.): Dress Accessories 1150-1450. Medieval Finds from Excavations in London, London 1998.

- Fingerlin, I.: Gürtel des hohen und späten Mittelalters, München Berlin 1971.

- Gr. Heidelberger Liederhandschrift (Codex Manesse). Dig. Version Universitätsbibliothek Heidelberg 2004.

- Kania, K.: Kleidung im Mittelalter. Materialien-Konstruktion-Nähtechnik, Köln-Weimar-Wien 2010.

- Krabath, St.: Die hoch- u. spätmittelalterlichen Buntmetallfunde nördlich der Alpen, Rahden 2001.

- Kühnel, H. (Hrsg.): Alltag im Spätmittelalter. Sonderausgabe Graz-Wien-Köln 1996.

- Legner, A. (Hrsg.): Die Parler u d schöne Stil 1350-1400. Europäische Kunst unter den Luxemburgern. Ausstellung Schnütgen Mus., Köln 1978.

- Lenhart, U.: Kleidung und Waffen der Spätgotik I 1320-1370, Wald-Michelbach 2000.

- Musper, H.Th.: Gotische Malerei nördlich der Alpen, Köln 1961.

- Preising, D./Rief, M./Villwock, U.: Skulpturenkatalog d. Suermondt-Ludwig-Mus. Bildwerke d. Köln-Lütticher Raumes 1180-1430 (Aachen oJ)

- Thursfield, S.: Mittelalterliches Schneidern. Historische Alltagskleidung zw. 1200-1500 selbst gemacht, Herne 2010.



V-VIII. / IX-XI. / XI-XIII. / XIII-XIV. / XIV. / XV. / XVI-XVI. Jh




zum Wert eines Gürtels siehe HINWEIS auf der ersten Seite



Anmerkungen und Quellenverweise:

1/G. Wilbertz, Die Marienkirche in Gelnhausen. Die blauen Bücher, S. 41

2/Selbst aus London, also aus einer bürgerlichen Sphäre, stammen überhaupt nur wenige Zungen aus dem XIII. Jh, Egan, Dress Accessories, S. 126.

3/Aus Ungarn stammen eine ganze Reihe bedeutender Gürtelfunde, die Ilse Fingerlin nennt. Nach dem derzeitigen Forschungsstand kamen in Ungarn besondere Formen in die Gräber, die sich bei uns bislang nicht nachweisen lassen, da solch aufwändige Beigaben in Westeuropa selten waren, uns diese Quellen also nicht zur Verfügung stehen. Ein direkter Abgleich mit anderen Quellen gestaltet sich schwierig. Osteuropäische Formen unterscheiden sich in der Regel von den bei uns gebräuchlichen. Aber es ist denkbar, daß über den Hochadel eine gegenseitige Beeinflußung und ein Formenaustausch mit Westeuropa möglich gewesen ist.

4/Nur reiche Handwerker, wie die Zunftmeister, konnten einen Ratssitz erwerben, allen voran ging in vielen Städten das Tuchgewerbe. In der durch den Waidhandel florierenden Stadt Mülhausen/Thüringen hatte im SMA ausschließlich der Ältestenrat (Bürgermeister und einflussreiche Ratsherren) die eigentliche Regierungsgewalt inne. Dieser entzog sich dem jährlichen Ratswechsel und jeglicher demokratischer Kontrolle, indem er in geheimen Sitzungen das Geschick der Stadt bestimmte. Es regierte eine Oligarchie der Reichen in den Städten über alle Einwohner, wobei auch verstreut liegende Dörfer den Städten angeschlossen sein konnten. Grundsätzlich waren die Bürger eine Schwurgemeinschaft, Grundstückseigentümer in einer Stadt und keineswegs nur Einwohner derselben. Man vermutet, daß in spätmittelalterlichen Städten maximal die Hälfte der Einwohner „Bürger“ waren, die anderen arbeiteten dort als Gesellen, verdingten sich als Mägde, Knechte, Tagelöhner oder kleine Handwerker in gemieteten Werkstätten. Für die Bürger bestand Wehrpflicht im Dienste der Stadt-, bzw. des Grundherren. Ab einem gewissen Vermögen mussten sie, nach Heerschauliste, eine eigene Schutzbewaffnung (Harnisch) stellen und wurden finanziell zu Kriegsleistungen, z.B. für die Pferdehaltung, oder auch zu städtischen Bauprojekten herangezogen [siehe Roelen in: Derick Baegert, S. 14f]. Jede Zunft wurde in der Regel zur Verteidigung eines bestimmten Tores, Turms oder Mauerabschnitts der Stadt verantwortlich gemacht. Noch im 16. Jh galt die gesellschaftliche Dreiteilung: „Item nach dem in stetten gemeynlich dreierley Burger und innwoner seind als gemeyne Burger und Handtwercker, kauf und gewerbsleut und andere so im Radt von geschlechten oder sunst ehrlich herkommen und irer zinss und renthen sich erneren.“ [aus Die Welt des Hans Sachs, S. XVIII] Bürger in Waffen bedeuteten für die Obrigkeit ein gewisses Risiko, zugleich wurde es aber üblich sich vom Kriegsdienst freizukaufen. Deshalb wurden zunehmend Söldner unter Vertrag genommen, die der Bürger bezahlen musste. Karl IV. richtete Verkündigungen an die Städte seines Reichs nicht ausschließlich an Räte und das Patriziat, eben an die „Bürger“, sondern auch an „alle Insassen“, hier wurden also auch nicht wahlberechtigte Einwohner direkt angesprochen, unerhört (!).

5/Alle Bevölkerungszahlen, auch auf den folgenden Seiten, aus D. Planck (Hrsg.): Archäologie in Baden-Württemberg. Das Archäologische Landesmus., Außenstelle Konstanz, Stuttgart 1994, S. 64. Henning ging 1972 nur von der Hälfte aus, siehe Henning, Das Vorindustrielle Deutschland 1972. Diese Zahlen stammen aus der Ausstellung des gleichnamigen Museums in Konstanz.

6/In England gibt es bereits erste Schwertaufhängungen mit Ringen und Haken, siehe Grab des Sir John de Creke_Westly Church von 1325, der Randverstärkung und den Zieren nach zu schliessen, vermutlich ein mit Stoff überzogener Gurt.