V.-VIII. / IX.-XII. / XIII. / XIV. / XIV.-XV. / XV. / XVI. Jh







Die Quellen für das XVI. Jh.:

Die ersten Jahrzehnte des neuen Jhs. bringen viel Leid durch religiöse und innenpolitische Auseinandersetzungen. Der Kaiser kämpft in Norditalien, seine Untertanen befehden sich gegenseitig. Die Gewinne aus den neuen Kolonien können die enormen Kriegskosten nicht decken. Bilderstürmer der Reformation zerstören religiöse Bildwerke, daß uns manche Quelle verloren geht. Bürgerkrieg, wirtschaftlicher Rückgang und Geldentwertung lassen weite Landstriche veröden und die Bauernschaft verarmen. Demgegenüber steht das Wachstum der Städte und viele gewinnen internationales Ansehen, so daß das Bürgertum, zunehmend, emanzipiert einen eigenen Modestil prägt. Italien ist in diesen Belangen, durch die lange Tradition der Stadtrepubliken, bereits weit fortgeschritten. Die Italiener bevorzugen allerdings runde Formen, so daß sich die ital. Mode weit von der nördlichen Entwicklung der burgundischen spitzen gotischen Formen entfernte.

Im Reich laufen in der Sachkultur viele spätgotische Formen zu Beginn des Jhs noch weiter. Gleichzeitig betonen in der Kleidung die neuen modischen Formen nicht mehr die himmelstrebende Vertikale, sondern die Horizontale. Kopfbedeckungen werden flacher, die Linien der Schultern und Arme und auch das Schuhwerk gehen in die Breite. An den Gürteln der einfachen Schichten werden nun auch bei Frauen lederne Taschen getragen, das ist ein Novum.

Reichskleiderordnungen, oft noch durch die Städte modifiziert, regeln was jedem Stand an Gewandung angemessen ist. Auf dem Reichstag zu Augsburg 1530 wurde dem Bauern bsplw. vorgeschrieben nur einheimische Tuche zu verwenden. „Und die röck nit anders dan zum halben Waden, auch daran nit über sechs falten machen lassen sollen...und eyn barchen Wammes on grosse weite ermeln machen lassen aber in alle weg unzertheylt, unerschnitten und unzerstückelt.“ Verboten waren ihm „straussfedern oder seiden hosenbendel und ausgeschnitten schouh, noch bareten, sondern hüdt und kappen.“ Der Bauersfrau waren goldener und silberner Zierrat und ein Seidengürtel verboten und nur den Jungfrauen ein „harbendlin von seiden“ erlaubt. Die Bürger werden eingeteilt „Item nach dem in stetten gemeynlich dreierley Burger und innwoner seind als gemeyne Burger und Handtwercker, kauf und gewerbsleut und andere so im Radt von geschlechten oder sunst ehrlich herkommen und irer zinss und renthen sich erneren.“1 Die Bürgersfrau durfte sich mit unvergoldetem Silber schmücken. Dem Kaufmann wurde edles Tuch zugestanden aber vom Wert nicht über zwei Gulden pro Elle. Seine Frau soll kein Kleid mit mehr als zwei Ellen Samt, Seide, Atlas oder Damast verbrämen. Ein Gürtel durfte ihnen bis zu 20 Gulden wert sein. Auch dem Patrizier wurde Mäßigung auferlegt, indem er sich nicht prunkvoller als der Kaufmann zeigen solle. Die Stadträte sollten auf Einhaltung der Ordnungen achten, doch gleichermassen versuchten die Bürger sie zu umgehen.

Nur die Landsknechte durften sich, mit Duldung durch die Potentaten, auffällig kleiden. Waghalsige Farbkombinationen erfreuen das Auge. Das geschlitzte Zeug findet sich, als Anleihe aus Italien, hauptsächlich bei ihnen.

Zur Mitte des Jhs. wird die Mode durch Karl V. und den spanischen Einfluß strenger. Ab nun gingen die Vornehmen wieder in Schwarz gekleidet, wie vormals am burg. Hof.

Im zunehmenden Maße werden in der bildenden Kunst Themen der Historie, vornehmlich der Antike, Mythen und Allegorien verarbeitet. Buchdruck und Holzstiche dienen der Verbreitung für ein grösseres Publikum als je zuvor.



XVI. Jh

- Spätgotische und Renaissance Formen -





= SEITE IN BEARBEITUNG =

ist auch für 2017 fest vorgenommen im Zuge des „Lutherjahres“, damit hier mal was passiert...





Rinke = Schnalle / Spenglin = Riemenbeschlag (Niete) / Senkel = Zunge

eis = Eisen, me = Messing, bz = Bronze, zi = Zinn, vz = Verzinnt, vs = Versilbert, si = Silber

FO = Fundort, AO = Aufbewahrungsort



Im Zuge der Reformation gingen viele Kunstwerke verloren, indem nach Auflassung der Klöster auf Geheiß der Landesherren liturg. Geräte und Goldschmiedearbeiten eingeschmolzen wurden, sogar das Abschaben des Goldes von den Bildwerken wurde befohlen.





Schnallen original XVI.-XVII. Jh







XV

-

XVI

XV./XVI. Jh

XV./XVI. Jh

XVI. Jh








XVI



XVI. Jh

XVI. Jh




XVI. Jh



Quellen und weiterführende Literatur:

- Die Welt des Hans Sachs, Ausstellungskatalog der Stadtgeschichtlichen Museen Nürnberg 1976.




V.-VIII. / IX.-XII. / XIII. / XIV. / XIV.-XV. / XV.Jh




zum Wert eines Gürtels siehe HINWEIS auf der ersten Seite





1/Zitate aus Die Welt des Hans Sachs, S. xviii